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BUECHERBORD » ZEHN GEBOTE DES SCHREIBENSRezensionMindestens zwei Bücher lesen, bevor man eins schreibtNicht nur bierernst: Zehn Gebote des Schreibens von 42 Autorinnen und Autoren von Bernd Heinrich Wie schreibe ich einen Roman? Wie gehe ich mit Wörtern und Sätzen, mit Texten, Personen und Handlungen um? Welche Techniken muss ich beachten? Soll ich täglich schreiben und vor allem wie lange? Wer sollte mich beraten? Welche Fehler sollte ich tunlichst vermeiden? 42 Autoren von A wie Atwood bis Z wie Zeh verraten in einem kleinen,
feinen und liebevoll mit Bauchbinde und Lesebändchen gestalteten Westentaschen-Büchlein
ihre ganz persönlichen Zehn Gebote des Schreibens. Dabei geben
sie ihre bis dahin mehr oder weniger streng gehüteten Schreibgeheimnisse
preis. Thomas Glavinic beispielsweise rät: Lies nicht zu viel! Ulrike Draesner hingegen fordert: Lies. Julia Zeh steigert: Lies viel. Francois Lelord wiederholt: Lies, lies, lies.... A. L. Kennedy ist sich einig mit diesen Schriftstellern: Lies. So viel du nur kannst. Humorvoll meint Hakan Nesser: Lies mindestens ein Buch, bevor du anfängst, eines zu schreiben. In die Kategorie Humor ist denn auch eines der zehn Gebote Sten Nadolnys einzuordnen: Nutze deine letzte Chance. Werde doch Zahnarzt oder heirate reich. Ähnlich äußert sich Ilija Trojanow und rät dem potenziellen Schreiber, der die Frage, weshalb er schreibt oder ob er schreibend die Welt verändern will, nicht beantworten kann, lieber Rosenölhändler oder Kirschgärtner zu werden. Praktisch und wertvoll lesen sich die Ratschläge von Antonio Munoz Molina (Du sollst immer ein Notizbuch mit glatten, leeren Seiten und einen guten Stift bei dir haben), Sofi Oksanen (Wenn du trinkst, sollst du nicht schreiben. Wenn du schreibst, sollst du nicht trinken) und Ingrid Noll (Man kann jeden Text noch verbessern). Jonathan Franzen schließlich gibt die Empfehlung, den Leser als Freund zu betrachten, nicht als Feind. Peter Stamm weist darauf hin, dass die Schriftstellerei ein Beruf für Versager sei, Colm Toibin warnt vor dem Herumtrödeln, Nancy Huston rät, nie aufzuhören, Veränderungen vorzunehmen. Schließlich soll man, so Francois Lelord, neidische Menschen meiden; und niemals unter der Dusche über den Text nachzudenken, ist für Andrea Maria Schenkel ehernes Gesetz. Eine kuriose Überraschung ist natürlich gewollt, nicht etwa versehentlich
eingeheftet ein leerer 16-Seiten-Bogen. Für die ganz persönlichen
zehn Leser-Gebote nämlich stehen in dem kleinen Bändchen die leeren
Seiten 135 bis 150 zur Verfügung. Ihnen schließen sich alle Autoren-Viten,
die Vita des Grafikers und Übersetzernachweise an. Da wird man ohne Magendrücken Ulrike Draesner Recht geben. Ihre Regel Nummer zehn: Es gibt keine Regeln. Rezension von Bernd Heinrich 42 Autorinnen und Autoren: Zehn Gebote des Schreibens,
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